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Konzept «Modellprojekt Brücke»



Thema, Ausgangslage

Die Kantonalen Psychiatrischen Dienste – Sektor Nord (KPD-SN) behandeln unter anderem Menschen, die  im Rahmen ihrer Grunderkrankung immer wieder teils längere stationäre Behandlung benötigen. Oftmals sind es dieselben Menschen, welche auch der St. Gallische Hilfsverein für Gemütskranke (SGHV) in ihrem Leben ausserhalb der Klinikphasen begleitet. Beim Wechsel von der Welt ausserhalb der Klinik in die Klinik und wieder zurück kommt es oft zu Defiziten bei der Informationsweitergabe und zu Beziehungsabbrüchen beim betreuenden Personal. Das heisst, mit dem Eintritt in und Austritt aus der Klinik reisst der Beziehungsfaden, es entsteht eine mehr oder weniger lange Lücke, bis eine nächste Organisation den Faden wieder aufnimmt bzw. die entsprechenden Informationen bei dieser Stelle angekommen sind.

Um längerfristig einen positiven Verlauf und eine stabilisierende Situation bei den betroffenen Menschen zu erwirken, ist die Qualität der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches beim Übergang vom Klinikaufenthalt zum Angebot begleitetes Wohnen (SGHV) und umgekehrt zentral. Dazu gehören der gengenseitige rasche Informationsaustausch und ein möglichst ununterbrochener Kontakt zwischen Patient und begleitender Pflegeperson.

Ziele

Der Austritt aus der Klinik ist erfahrungsgemäss eine Schlüsselstelle, für den weiteren Verlauf. Der Patient kann schon während der stationären Behandlung mit der Brückenpflege (BrP) einen Kontakt aufbauen, so dass das Angebot gleich mit der Entlassung zum Tragen kommt.

Mit dieser Begleitung verbindet sich die Hoffnung, dass damit weitere stationäre Aufenthalte verhindert, oder reduziert werden. Insbesondere nach langen Klinikaufenthalten ist es nicht einfach, die alltäglichen Aufgaben wieder selbst zu übernehmen. Kommt es dennoch zu einem Wiedereintritt, dann in einem möglichst frühen Stadium und es lassen sich der Informationsaustausch und die weitere Behandlung zielgerichteter gestalten.

Zusammenfassung der wichtigsten Ziele

  • Verkürzung der Aufenthaltsdauer in stationärer Behandlung, Verhinderung rascher Wiedereintritte werden dennoch Wiedereintritte nötig, dann in einem möglichst frühen Stadium
  • Verbesserte Kommunikation und Austausch zwischen der KPD-SN und dem SGHV
  • Die Übergangsphasen (KlinikZuhause) sind optimal durch die Brückenpflege begleitet; was Sicherheit und Kontinuität bedeutet
  • Erhöhte Zufriedenheit mit der Behandlung und dem Resultat seitens der Patienten/Klienten, und des interprofessionellem Behandlungsteams; Klinik und beim SGHV
  • Aufgrund der Erfahrungen und der Auswertung, mögliche Entwicklung von Standards im Sinne von good oder best practice, welche für ein künftiges Angebot wegweisend sein können
  • Nachhaltigkeit im Sinne einer geregelten, konstruktiven und koordinierten Zusammenarbeit mit allen Berufsgruppen.
  • Beidseitige Sensibilisierung für die verschiedenen Arbeitsbereiche, Haltungen und generell zum Thema «Zusammenarbeit über die Schnittstelle hinaus»

Weiterführende Diskussion zu einer allfälligen Erweiterung des Angebotes:

  • Zusammenarbeit und Einbindung anderer Institutionen und Zuweisern zur sinnvollen Nutzung der Synergien durch die Koordination der Ressourcen.

Übergang begleitetes Wohnen


Kurzbericht Übergang Begleitetes Wohnen final.pdf